Frei nach dem besten Song der Doors…

Liebe Welt,

du ahnst es vermutlich schon. Natürlich, du kennst dich aus, und weißt daher, daß nur „the End“ gemeint sein kann, wenn vom besten Song der ansonsten eher mittelmässigen Doors die Rede ist. Nichtsdestotrotz, kommt nun die Geschichte hierzu. Es wird denn auch nun still im Märchenwald, wo Frösche und Bären miteinander verkehren.

Der Tod

Peng fühlte sich am Morgen schlecht und ließ sich mit schwerem Herzen wieder in das Kissen sinken. Er konnte es sich nicht erklären, weshalb es ihn so herab zog und die aufsteigende Sonne ihm keine Energie brachte. Ping schaute vorbei und fand den Freund in einer depressiven Grübelei versunken. Kaum, daß sich dieser rührte und ihn bemerkte. Es machte ihn traurig, so verschob er den nötigen Aufbruch zur Arbeit bei der Mückenjagd und machte dem Freund eine Tasse Tee, die ihm wieder auf den Damm helfen sollte. Ping machte sich später auf den Weg zur Arbeit, traf dabei den Freund James, dem er vom kranken Peng erzählte. James ließ sich seine Sorge nicht anmerken, denn er wußte, daß Peng seit einiger Zeit gesundheitlich schwächelte. Der kleine Frosch war zu oft traurig, zweifelnd und in Gedanken versunken, daß er oft vergaß, daß das Leben nicht nur im Kopf stattfand.

Am Abend kehrte Ping von der Arbeit des Tages zurück und fand Peng weiterhin im Bette liegend vor. Peng schlief, das Bettlaken von Schweiß durchnäßt, die Augen eingefallen. Ping war nun vom Schrecken durchdrungen und lief zu James, denn er benötigte des Freundes dringende Hilfe. Er hatte Peng noch nie in einem solchen Zustand gesehen, so lange er sich erinnern konnte. Ihn überfiel ein Gefühl von tiefer Angst, daß sein Kumpan schwer erkrankt sein könnte. Als James Ping und dessen betroffenes Gesicht sah, hatte er das Gefühl, er habe Ping so erwartet. Schnell warf er sich einen Umhang um, denn der Abend war kühl und feucht. Eilend liefen die beiden zu der Frösche Behausung, wo sie Peng vorfanden, der nun von einem schlimmen Fieber geschüttelt wurde. James gab Ping schnell ein paar Anweisungen, dann lief er weiter, um von der Eule ärztlichen Rat zu erbitten. Die Eule war jetzt schon eine letzte Chance.

Ping hatte alle Mühe seine Arbeit zu koordinieren, denn wenn er Peng ansah, von dessen Augen nur noch das Weiße zu sehen war, packte ihn die pure Angst, wurde er nervöser und zappeliger, wußte nicht mehr in welche Richtung er nun laufen solle, um dem Freund zu helfen. Wenn doch James endlich mit der Eule käme, damit die wahre Hilfe beginnen könne. Wäre er doch heute morgen nicht zur unnützen Arbeit gegangen, hätte er lieber an Pengs Bett gewacht und hätte er ihm durch den Tag geholfen. Anstatt war er der falschen Pflicht nachgegangen und hatte sein Herz verraten. So krank und angegriffen Peng aussah, so schuldig fühlte sich Ping, dem schwere Tränen in die Augen traten. Immer wieder tupfte er mit einem kühlen Lappen über den heißen Kopf des Freundes. Endlich schien Peng etwas zu sich zu kommen. Er öffnete die Augen einen Spalt weit, blickte lang in des tief besorgten Pings Gesicht. Dann schloß er seine Augen erneut, zeigte er eine größte Erschöpfung. Die Zeit verging, und sie verging nicht. Ping litt mit jedem Atemzug ein wenig mehr. Wenn doch James endlich käme!

Dieser war unterwegs und eilte, so schnell seine Beine ihn trugen, doch hatte er die Eule erst spät aufgefunden. Diese flog neben ihm, und hatte große Mühe James zu folgen, der die Luft mit größter Energie zerschnitt, wußte er doch um die Dringlichkeit seiner Mission. Dann sehen sie der Frösche Haus, traten schnell ein, sahen Ping, tränenüberströmt, Pengs Stirne abtupfend. Die Eule überblickte schnell Pengs Zustand. Sie sah die Freunde an:
„Es tut mir leid, ich kann nichts mehr tun. Eine schwere Vergiftung, die bereits zu lange fortgeschritten ist, als das noch etwas zu helfen möglich wäre. Es sind bereits die Beine gelähmt. Das Gift wird weiter durch den Körper ziehen und alles…“
Ping brach zusammen. James Gesicht verlore jede Farbe. Die Eule senkte ihr Haupt und blickte traurig zu Boden.
„Es scheinen mir die Gifte des Teiches zu sein. Er war wohl bei den Filterern?“
James nickte. Die Eule klagte über dieses schlimme Los, das durch die Verantwortungslosigkeit der Menschen zu einer Arbeitstelle wurde, die schon viele Opfer nach sich gezogen hatte. Sie blickte in ihre Kräutertasche und gab einige getrocknete Pflanzen an James weiter:
„Machen Sie sich bitte einen Tee damit. Es beruhigt und tröstet über das größte Leid.“
Die Eule verließ die beiden, die sich nun an das Bett begaben und auf den armen Peng blickten, der mit geschlossenen Augen schwach atmete. Ping zitterte und James nahm seine Hand.
„Wir lassen Peng nicht alleine, Ping! Wir sind bei ihm. Komm, wir halten auch seine Hand. Er braucht uns jetzt. Wir sind seine Freunde.“
Ping schluckte und sie griffen Pengs schwache Rechte. Er schien nun langsam wieder ein wenig zu Bewußtsein zu kommen. Ja, seine Augen öffneten sich wieder eine spaltweit. Er sah die Beiden an. Sein Mund zeigte fast ein Lächeln.
„Danke,“ flüsterte Peng. „Ich liebe Euch.“
Seine Augen schlossen sich wieder. James strich Ping über den Kopf und begab sich in die Küche, um einen Tee aus der Eule Kräuter zu brauen. Ping hielt wie versteinert Pengs Hand. Von Zeit zu Zeit tupfte er wie mechanisch Schweiß von Pengs Stirn. James kam und reichte Ping einen Becher. Beide tranken schweigend. Peng bäumte sich kurz auf und schnappte nach Luft. Pings Becher fiel zu Boden, als er panisch nach Pengs Hand packte. Der Kranke sank wieder zurück in sein Kissen, wand seinen Kopf langsam nach Ping:
„Ping… ich ziehe… nach Westen… dem Sonnenuntergang… entgegen.“
„Verlass mich nicht, Peng. Ich brauche dich, ich kann nicht ohne dich leben. Ich war noch nie in meinem Leben ohne dich. Wie soll ich denn klarkommen, ohne das du mir zur Seite stehst!“
Pings Magen hob sich, alles zog sich aus seinem Körper heraus, wollte sich um den Freund schließen, um diesen mit Energie ins Leben zurückzuschaffen. Feste preßte er Pengs Hand. James Hände lagen auf seiner Schulter. Der Bär weinte. Die Tränen tropften auf Pings Kopf. Auch diesem stand das Wasser im Hals, doch noch wollte er nicht aufgeben und den Freund hergeben. Er umarmte Peng so fest er konnte, schüttelte diesen immer wieder und wieder und wieder. Er rief seinen Namen, er schrie und fluchte und zeterte. Da spürte er, daß Peng mit letzter Kraft seinen linken Arm um ihn legte. Nun wurde Ping ruhig, sah Peng in die offenen Augen. Und diese schlossen sich dann. Pengs Atem erlosch.

„Wenn die Musik verstummt, lösche das Licht“, sprach James unter Tränen.

That’s it, Folks.

Ohne Worte, Ihr Herr Hansen

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