Mehr Häresie! Mehr Folter! Mehr Geschwätz!

Liebe Welt,

als ich meine Archive auf den Boden leerte, fiel unter anderem der folgende Text auf den Boden. Ich hob ihn auf, überprüfte ihn. Er kam mir sofort mit einer gleißenden Komplexität daher, daß ich mir sagte: „Nee Du! Nee! Das ist mir jetzt direkt zu viel.“ Nun, liebe Welt, ich gebe ihn unbesehen weiter, magst Du damit machen, was Du für richtig hälst. Nur, bitte bringe mich dafür nicht auf den Scheiterhaufen. Oder ähnliche Folterpraktiken, denn ein gewisses Maß an Hochmut und Häresie stecken in diesen Worten, daß schimmerte heftig durch. Der Text bekam, aufgrund direkten Kontaktes in jenen Tagen Antworten. Diese sind auch zu lesen, sowie die folgenden Worte meines alten Ich. Ich habe persönliche Angaben entfernt, doch wenn einer der Schreiber seinen Namen lesen möchte, so werde ich dies auf Zuruf gerne einstellen. Solange wahre ich Anonymität.

Die Zeit soll nicht dein Feind werden…

Der Sinn des Lebens?

Die Antwort:

Sie lautet letztendlich zweiundvierzig. Die Frage nach dieser Antwort lautet: Was erhält man, wenn man sechs und neun miteinander multipliziert. Douglas Adams hat Frage und Antwort bereits vor Jahren verraten.

Ich möchte dennoch eine neue Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben. Es ist letztlich so einfach, daß man aufpassen muß, nicht über die Antwort zu stolpern, so offen präsentiert sie sich. Die Grundvoraussetzungen sind ebenfalls recht einfach: Die Rasse Mensch ist groß. Sie stellt einen Teil des Kosmos dar. Sie stellt in sich ebenfalls einen eigenen Kosmos dar. Jeder einzelne Mensch stellt einen Kosmos dar. Mein Finger, den ich gerade von der Tastatur heruntergenommen habe, stellt einen Kosmos dar. Ich sehe viele kleine Linien, die sich darüber ziehen. Innerhalb meines Fingers befindet sich eine kosmisch perfekte Anordnung von Fleisch, Knochen, Blut- und Nervenbahnen, aufgebaut auf einer kosmischen Atomstruktur. Sind wir nun unten angekommen? Genau. O.K., mir wird jetzt ein bißchen schwarz vor Augen, wenn ich bedenken muß, daß ich nur eine Ansammlung von Atomen bin, die gleichermaßen wieder aufgesplittet werden können auf die Ebene von Neutronen und Elektronen. Jetzt ruhig weiteratmen. Schließlich sollte mich keine Erkenntnis umbringen. Es war ja schon immer so. Dumm ist nur, daß aufgrund einer solchen Erkenntnis, die Frage ausbricht, wie ich ab gleich meine einzigartige Individualität nun hinausposaunen soll? Verflixt! Dazu will ich aber erst später meinen Kommentar abgeben (**). Ich will nun zurück zum Kosmos. Ich sage es jetzt einfach mal so: Ich bin ein Teil des Kosmos, ein kleiner, unwesentlicher Teil des Ganzen. Das ist in Ordnung, mehr will ich auch nicht sein. Dennoch empfinde ich es als wichtig zu sagen, daß dieser gesamte Kosmos ebenfalls in mir ist. Ich fühle ihn in meinem Körper, in meiner Persönlichkeit. Die Person bezeichnet eine Ganzheit, die nicht unteilbar ist. Vernachlässigung eines Teils führt zu Krankheit durch Störung des Gleichgewichts(*). Kann ich das so stehen lassen? Es erscheint mir schlüssig. Doch soll dies nicht der Punkt sein, den ich zu klären suche. „Gesunder Geist in gesundem Körper“, wer sich auf eine solche Bündelung einläßt, läuft Gefahr schreckliche Spuren zu hinterlassen. Schließlich läßt sich ein Spruch wie „Kraft durch Freude“ nicht direkt widerlegen, doch wissen wir, wie hoch die Leichenberge sich türmten, die sich als Ergebnis jener freudigen Kraftentfaltung zeigten. Wichtig ist von daher immer die Erkenntnis, daß der einzelne Mensch nur ein Bruchteil des Kosmos darstellt. Es ist dies das eine Ende der Waagschale, die einzelne Persönlichkeit, das Ich, stellt die andere Seite dar. Ein Ziel sollte sein, hier ein Gleichgewicht zu schaffen. Es ist dies ein Sinn des Lebens.

Die Waage, die ich ansprach, ist ein Zeichen, das Beachtung finden muß. Es ist unerläßlich, die Dualität des Lebens zu erkennen, zu beachten und in das Leben einfließen zu lassen. Ich beziehe mich hier auf alte Weisheiten: Yin und Yang ist nur ein Name für diese Dualität, die Zweiheit. Der Mensch strebt in den meisten seiner Taten nach der Einheit, doch sehe ich dies als falsch an, wenn ich mein Leben nur auf die Suche nach dieser Einheit beschränke. Womit will ich diese Einheit vollziehen? Die Einheit mit Gott? Mit mir selbst? Mit einer Frau? Mit einem Mann? Es ist dies alles in mir: „Ich und Du“ sind Teile meiner Person, man sehe nur in den Spiegel. Gott ist in mir, sofern ich dem Kosmos, dessen Teil ich bin, diesen Namen gebe. Mann und Frau sind Teil meiner Person, wobei es zweitrangig ist, welches Geschlecht ich nach außen hin besitze. Insofern besitzt für mich das Streben nach der Einheit keinen direkten Sinn, wenn ich Teil einer Ganzheit bin und selber eine Ganzheit darstelle. Der Sinn ist eher, die Dualität – Zweiheit – anzuerkennen, und sie in meinem Leben zur Entfaltung zu bringen.

Was bringen mir diese beiden Punkte, die ich nun zur Sprache gebracht habe, im täglichen Leben?

  1. und einfach: Ein Mann, der sich seiner inneren Dualität bewußt ist und damit einhergehend seiner eigenen Weiblichkeit, wird (… nicht würde!) nie (… niemals!) Gewalt gegen eine Frau anbringen, in den Formen, die man täglich aus den Medien entnehmen kann. Dabei gilt zu beachten, daß eben alleine das Wissen um diese beiden Punkte, die ich oben als sinngebend nannte, einen Brunnen der inneren Kraft darstellt, der nicht zu unterschätzen ist.

  2. Sie helfen mir unsinniges Gebaren zu erkennen, wenn ich es verstehe, auch innerhalb meiner Beobachtung die Dualität (sei es meist der „kleine“ und der „große“ Kosmos) einzusetzen. Beispiele? Lese die „Bild“-Zeitung!

  3. Was ist im Streitfall? Wenn ich einer der Beteiligten bin? Wenn ich um Rat gebeten werde? Ich als Teil eines Konflikts bin letztlich der Herr meines Kosmos, insofern liegt es an mir, gleichermaßen dessen Rechte zu verteidigen. Doch blicke ich auf das äußere Ganze, muß ich mir die Frage stellen, ob mein Streit nun noch eine Rechtfertigung hat? Ich muß bereit sein auch einen Schritt zurück zu machen, wenn dies gefordert ist. Als Ratgeber habe ich jedoch nur das Ganze vor Augen, dabei jedoch zwei „kleine“ Kosmen, die auf ihrem Recht beharren. Es ist in jedem Fall Ruhe und eine genaue Beobachtung geboten. Dies sollte für jeden Konflikt gelten, daher fordere man das Recht auf Ruhe in jedem Falle ein!

Dies sind nur drei grobe, weitläufige Beispiele gewesen. Letztlich finden sich meine „Weisheiten“, die ich oben aufführte, in allen großen Religionen der Welt wieder. Nichts ist von daher neu, was ich mir auch nie anmaßen würde. Dennoch möchte ich gewissen religiösen „Praktiken“ an dieser Stelle widersprechen. Da ich noch zu wenig über andere Religionen als das „Christentum“ (in Anführungszeichen, da sich schließlich mehrere verschiedene Kirchen darunter vereinigen) kenne, möchte ich mich auf dieses alleine beziehen. Gott? Dann noch der Sohn Gottes? Entschuldigung, aber hier muß ich mich etwas beiseite bewegen und fragen: „Was soll das? Ist euch nichts besseres eingefallen?“ Um es anders zu sagen: Im 17. Jh. hat ein irischer Bischof, Dr. James Ussher, aus den Angaben der Bibel errechnet, daß Gott die Erde am 22. Oktober 4004 v. Chr., 20 Uhr, erschaffen habe. Also, wir wissen heute, daß dieser Planet, sowie unser Universum, bereits etwas älter sind. Von daher möchte ich nun die vorherigen Generationen nicht schelten, doch möchte vor diesem Hintergrund eine Frage geklärt wissen: Wenn es Gott gibt, wieso sieht er sich drei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte „unbeteiligt“ an, obwohl ihn unsere Religion als Schöpfer oder Urheber ansieht und preist, bevor er sich überhaupt zu erkennen gibt? Warum vertraut er sich einzelnen, bestimmten Personen an, läßt andere, ganze Völker in völliger Unkenntnis? Warum entsendet er „seinen Sohn“ zu eben jener Zeit, die wir als solche („anno Domini“) kennzeichnen? Warum muß die Erde demnach seit nahezu siebzehnhundert Jahren eine von Menschen über Menschen ausgeübte Herrschaft einer sogenannten Glaubensgemeinschaft über sich ergehen lassen, die sich zumeist darin gefiel das Schwert zu schwingen? Wer erlöst wen? Wovon? Die Religionsgeschichte der Menschheit ist, soweit sie sich darin ergeht als höchstes Wesen des Kosmos einen Gott zu sehen, ein wuchernder Tumor der Selbstgerechtigkeit. Ich halte hier inne und verabschiede mich aus diesem Konflikt, den ich nicht mehr anerkennen kann. Wenn Gott die Summe alles Guten der Welt ist, dann glaube ich an Gott. Wenn Gott nur ein Argument in einem religiösen Streit ist, dann sehe ich ihn gerne auf dem Scheiterhaufen, den seine Kirchen anzünden werden.

Letzte Worte: Alles, was ich hier gesagt habe, hat irgendwo ein ziemlich schweres Gewicht. Anders: Ich rauche gerade, obwohl ich weiß, das es ein gesundheitliches Unding ist. Der Lebensweg ist nicht leicht, doch glaube ich daran, daß die Erkenntnis des Mikro-, wie des Makrokosmos und die wieder verstärkte Bewußtwerdung der Dualität des Menschen, des Lebens, mir eine Hilfe darstellen wird, mein Leben wertvoll zu gestalten, denn das ist mein Sinn. Das ganze Universum ist unser Zuhause, richten wir es uns ein.

In diesem Sinne: Ich finde es o.k. zu weinen.

(*) Noch eine kleine Anmerkung zum Thema Krankheit: Ich will nicht sagen, daß jeder einzelne Mensch für seine Krankheiten eigene Verantwortung trägt. Auch eine Krankheit verstehe ich als einen Kosmos, eine Ganzheit, die sich innerlich aus verschiedenen Quellen tränkt. Von daher sehe ich es jedoch als falsch an, sich sofort in die Hände eines Fremden zu begeben, damit dieser aus einer meist höchst fragmentarischen Aufzählung von sogenannten Symptomen mit einem Handstreich die Lösung meiner Krankheit herbeizaubert (Ich erinnere mich hierbei an meine persönlichen Krankheitsschilderungen im Angesicht eines „Halbgottes in Weiß“. Das mir in solchen Fällen geholfen werden konnte, erstaunt mich noch heute zutiefst). Vielmehr sollte man selbst im tiefsten Schmerz- und Krankheitsrausch versuchen, sich in den Körper zu versenken, um nach den Quellen der Symptome zu forschen. Es gibt mit Sicherheit (!) genügend Fälle, in denen die Gründe einer Krankheit, die sich in meinem Körper zeigt, außerhalb desselben zu suchen sind. Die Welt, wie wir sie vorfinden, erscheint mir oft als eine einzige Ansammlung von Krankheitserregern mit vielfältigsten Gesichtern. Eines dieser Gesichter schaltete ich gerade nach den Nachrichten aus. (Anmerkung zum kursiv gesetzten Teil aus dem Jahr 2013: so einen Käse habe ich seit Jahren nicht mehr gelesen. Selbst die Bild-Zeitung hat höheres Niveau…)

(**) Die Individualität eines jeden Menschen ergibt sich aus sich selbst.

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Hallo Holger.

Zu Deiner Mail folgendes:

Geil.

Ich werde circa 2 Millionen Jahre brauchen, um auf jeden Punkt einzeln einzugehen.

Fleisch zu Fleisch.

Staub zu Staub.

Die interstellaren Räume,

die intergalaktischen:

Leere? – Nein, Staub. Unmengen Staub! Der Staub ist allgegenwärtig. Der Staub ist das Wahre. Das Wirkliche.

Der Staub ist, womit wir arbeiten müssen. Unbeherrschbar, chaotisch umherwirbelnd, allergie-auslösend.

Mikroskopisch winzige Teilchen von astronomischer Relevanz.

Vergiß das Yin, vergiß das Yang; die Welt ist so einfach nicht einzuteilen.

Bescheuerter christlicher Schöpfungsmythos. Er vergißt den über-geschlechtlichen Staub!

Bescheuertes Tao-Denken. Wo bleibt der Staub?!

Der Staub ist die Ablagerung aller Geschichten.

Der Staub IST DIE GESCHICHTE. Die Ablagerung eben.

Gut, Du magst jetzt denken: Schade. – Wäre mir lieber gewesen, einen nüchternen Fxxx am anderen Ende der Leitung zu haben. Einen, der nicht „vun Hëttges op Heetges“ kommt und was ‚rumlallt von intergalaktischem Staub… (weil er nur gerade eben mal wieder die Erfahrung gemacht hat, von einem Typen ein bißchen ausgenommen, benutzt und betrogen worden zu sein).

Tjaaa…

Lassen wir den „Staub“ beiseite. Sagen wir: Es ist ein „Hintergrund-Rauschen“. Hören wir auf die „wirklichen“ Klänge der Welt.

Und? – Schon was vernommen?

Eine Anregung:

Angenommen, es ging immer schon um nichts anderes, als um die BEGEGNUNG. Ich, Fxxx, höchstselbst, behaupte das sogar:

Es ging nie um etwas anderes. Es ging immer nur um Begegnung.

Es ging seit Anbeginn des Fühlens um nichts als darum,

das Eigene zu verbinden (untrennbar, unentzweibar, unhinterfragbar)

mit dem Anderen, der fremden Wirklichkeit.

Die Organe tiefst möglich hinein zu versenken.

Tiefst möglich von fremden Organen erschüttert zu werden.—

Es war der Wurm-Engel im Kopf, der es uns diktierte.

Und er hört nicht auf, es uns zu diktieren.

Und es geht nicht. Es ist unmöglich. Es ist menschen-unmöglich; – und

deshalb:

nur deshalb sind wir Mensch. Weil wir es wollen.

Wollen müssen… Tjaaa…

Und so stellen wir Dinge an…

Tun so Dinge…

Und denken Dinge…

Ciao. Auf ein Nächstes.

(Ich muß mich jetzt zur Ruhe begeben!)

Yours,

Kuss,

Fxxxx

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Hi Fxxxx,

Danke schon mal für deine Antwort! Ich hatte in meiner begleitenden Mail schon bemerkt, daß mein Text recht fragmentarisch daherkommt, ich hatte ihn auch mit heißer Nadel gestrickt. Daher fehlten auch der Staub und die Begegnungen. Was den Staub anbelangt: Kannst du dich daran erinnern, daß dir einmal in unseren Vorgängergenerationen ein großes Streben nach Individualismus begegnet ist? Wenn große Geister auftauchten, waren sie aus sich selbst oder durch entsprechende Förderung oder auch durch gutgepolsterten Ellenbogen groß. Der Rest der Menschheit jedoch blieb im großen und ganzen grau. Erst mit dem Auftauchen von Jugendbewegungen erwuchs die Forderung nach dem Individuellen. Natürlich eine Antwort auch auf die vorher herrschenden -Ismen (Fasch- und Kommu-, holen wir den Katho- auch noch dazu). Die Richtung möchte ich nicht als schlecht darstellen, doch aus dem Streben nach Individualität erhebt sich der Staub. Den Staub können wir nie besiegen, er ist unser Start und Ziel. Ignorieren können wir ihn auch nicht, denn er ist um uns jederzeit. Wir sind aus ihm geformt, egal was die Genforschung uns erzählen will. Der Staub ist vielleicht unsere Seele? Ich werde den Staub in mein Leben aufnehmen und ihn zu meinem Handwerkszeug machen.

Schließen wir den Staub aus unserem Leben aus …

Machen wir uns unsterblich …

Ist das ein Ziel???

Staub ist Leben und Tod.

Staub ist unsere Droge.

Staub macht uns Beine, Dinge in die Hand zu nehmen.

Staub ist unser Elixier.

Neben Staub zählt nur …

… die Begegnung. Ich war in meinem Text noch in der eigenen Hülle verblieben, um dort einmal für mich Klarheit zu schaffen. Begegnung ist das nächste Thema.

Also, bis bald und alles Liebe

Holger

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Lieber Holger

Ich habe deinen kleinen Diskurs gelesen und werde dir nun hiermit meine Stellungnahme dazu liefern. Du hast die Dualität der Dinge angesprochen. Aber genau diese ist doch die ganze Philosophie der Physik: Materie-Antimaterie, Mikro-Makro-Kosmos, alles ist darauf aufgebaut. Wir streben danach, in unserer Wißbegier. Aber es ist auch nichts anderes als diese Dualität, oder besser die Symmetrie zwischen den Dingen, welche die Einheit unserer Welt repräsentiert. Einheit ist das, das durch diese erlangt wird. Würden diese Widersprüche nicht herrschen, so hätten wir keine Möglichkeit zur wahren Erkenntnis. Ohne den Haß wüßten wir nicht was Liebe ist, ohne den Krieg wüßten wir nicht was Frieden ist. Es ist der Sinn der Sache Relationen herzustellen um uns über manche Dinge bewußt zu werden. Wir können nicht sagen etwas sei groß, wenn wir nichts kleines kennen. Aber im Grunde liegt dort auch eine Begrenzung unseres Geistes, der die meisten Dinge nur in Bezug auf andere erkennen kann.

Und doch denke ich das in dieser wunderbaren Symmetrie der Dinge Gottes Plan liegt. Ich kann mir Gott nicht vorstellen als komischer Kauz, der auf uns herunterguckt und versucht alles zu lenken. Nein ich denke, daß das Ganze auch so ganz gut läuft. Auch bringe ich ihn nicht in Verbindung mit irgendeiner Religion. Nein eher Setze ich den Begriff Gott gleich mit Sinn und Plan von allen Dingen. Ich sehe ihn als logische Konsequenz meines Denkens. Wissenschaft ohne Gott ist nicht möglich. Er liegt in allem. Wissenschaft ist Gottes Plan zu erkennen um unserer Existenz einen Sinn zu geben.

Soviel dazu

Dxxx

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Hallo Dxxx,

die Soziologen harren schon meiner, um meine Beweisführungen in der Luft zu zerreißen. Sie werden mich ins Angesicht des Todes zerren, um dort meine Worte zu überprüfen. Kleiner Scherz, Nxxx! Dennoch verfolge ich mein Ziel. Schön, daß du mir im weitesten Sinne recht gibst, aber ich möchte nicht dort stehen bleiben, wo ich die Dinge im Recht sehe. Was ich angesprochen habe, ist nicht nur die Bewußtwerdung, sondern der Sinn. Es ist der Sinn des Menschen in Demut nicht den Kopf zu senken, sondern im Angesicht seiner Selbst in Zweiheit, sowie als Teil des Makro- und Ganzes seines eigenen körperlichen Kosmos, die Dinge selbst zu bestimmen. Ich beharre hier auf der Demut. Wie gesagt, nicht als Rückzug vor der eigenen Position, sondern als aufrechte Haltung, die einen gemessen Schritt mit sich bringt. Weg mit „Ich will alles, und ich will es jetzt!“ Weg damit! Weg mit dem verzweifelten Postmodernismus, der nur eine Flucht vor der eigenen Person darstellt. Weg mit der Narrenkappe! Weg mit der Ironie, die sich selbst ins Fleisch schneidet! Weg mit den Vorstellungen, der Mensch des 21. Jahrhunderts sei in sich selbst während der letzten zwei Jahrhunderte gewachsen! Mumpitz! Seit Beginn der industriellen Revolution, die ich als Markstein setze, werden Menschen immer noch als eine Null geboren. Das Wissen, welches im Unterbewußtsein als Gabe der vorangegangen Generationen mitgeführt wird, wird von jedem Neugeborenen erst nach einer gewissen Zeit erkannt, entfaltet, ins Leben gebracht. Und dieses Wissen muß ebenfalls mit Demut berührt werden. Punkt. Wo wird diese Tugend in unseren Tagen gezeigt? Wo sie sich zeigt, wird sie mit Knüppeln niedergeschlagen. Die Politik der Härte ist das tränengetränkte Brot, an dem wir kauen. Nichts wird besser werden, wenn … Ich beginne zu schwafeln.

Es gibt in dieser Welt viel mythischen Müll, der entsorgt werden muß. Die wahren Mythen kosmischer Einheit sind verschüttet. Welches Ziel wurde damit verfolgt? Jeder Mensch kommt. Jeder Mensch geht. Innerhalb dieser Zeitspanne gilt es Zeichen zu setzen. Welche Zeichen sind es, die ich, du, er, sie, es setzen mag? Ich möchte ein Zeichen gegen die Kurzsichtigkeit setzen. Dazu werde ich gleich noch ein Beispiel bringen. Doch nebenbei noch zwei andere Themen.

Die Einheit. Ich habe die Einheit nicht gut wegkommen lassen. Ich glaube nicht mehr an die Einheit. Es wird für Menschen nie eine Einheit geben, außer derjenigen, die wir nach dem Tod erlangen werden. Diese Einheit trägt den einen Namen „Staub“. Eine andere Einheit, die menschliches erreichen kann, ist das Wort. Wenn ich mit einem Menschen spreche, erreicht diesen mein Wort. Es kommt zur Vereinigung. Wenn ich Worte eines Menschen lese, vereinige ich mich mit dem Wort. Natürlich strebt der Mensch nach der Einheit, das ist nie abzustreiten. Weswegen gäbe es sonst den Sex? Doch jede Vereinigung endet… Wir können nur den kurzen Schein der göttlichen Vereinigung streifen, manchmal mehr, manchmal weniger. Diese Suche nach der Einheit ist der Fluch des Menschengeschlecht. Zurück bleibt der Traum, vor allen Dingen nachdem man die Ahnung erfahren hat. Man spürt die Möglichkeit, man weiß um ihre Existenz und plopp! Weg! Wahre Einheit ist nur außerhalb des Körpers möglich. Oder: Die molekulare Struktur des menschlichen Körpers verhindert jede dauerhafte Vereinigung. Nun zum nächsten Thema und zum Aufbau eines Dilemmas.

Die Begegnung. Ich glaube nicht an die Einheit, aber an die Begegnung. Ich glaube auch an Sex. Doch möchte ich mich nicht mehr von Trugbildern täuschen lassen. Ich glaube auch an die Musik, als Transportmittel zu einer Form von Begegnung, die in den Sternen stattfindet. Musik, die eine Ahnung verbreitet, wie es der Sex tut. Eine Ahnung der Unendlichen Einheit Des Kosmos. Ist das alles nicht wunderschön? Ist darin nicht die Hoffnung verborgen, die wir viel zu selten zu Gesicht bekommen? Liegt nicht in DER BEGEGNUNG der leichte Hauch eines immerwährenden Frühlings versteckt? Höre noch einmal „pink moon“ von Nick Drake. Denk an den Golf-Werbespot, der davon begleitet wurde. Die Schönheit dieses Spots liegt in der Zusammenkunft der Zutaten. Es sind die Mienen der Beteiligten, die Ruhe und Ausgeglichenheit verraten. In ihrer Haltung liegt keine verzweifelte Suche. Sie tauchen ein in die Nacht, sie beschenken einander mit Nähe. Es geschieht hier vor unseren Augen eine BEGEGNUNG. Darüber liegt die Musik, die dieser Geschichte das Gesicht gibt. Nick sagte alles und sagte nichts. „pink moon’s gonna get ya all“. Hier fangen die grundsätzlichen Träume der Menschen an. Gut, daß all das, was hier zu sehen ist, nichts mit dem Produkt zu schaffen hat. Hier können wir sehen, das die jenseitigen Träume von Einheit, die auch hier eine kurze Ahnung erfahren, nicht mit der Materie des Diesseits vereinigt werden können. Also: Dilemma. Ausweg: Demut, Gleichmut, Ausnutzen der schönen Momente, welche das Leben bietet. Doch, HALT: Keine Hast. Das Schöne kommt seltenst auf Zuruf. Unversehens sitzt man in einem Auto mit einem wertvollen Menschen, und fährt irgendwo herum. Erinnerst du dich? Es ist noch nicht lange her.

Zu dem angekündigten Beispiel fehlt mir jetzt die Lust. Ich wünsche dir viel, viel Glück für die nächsten Wochen. Wir werden uns ja bestimmt auch noch sehen. Und dann: Wenn dein Streß vorbei ist, wird es wirklich Zeit, daß du dir „before sunrise“ ansiehst! Man sollte schließlich manchmal in der Bibel lesen, kleiner Scherz. Ein Schwafelfilm, schlimmer als ich, wenn ich zu schreiben anfange…

Alles Liebe, Holger

Und bald geht’s in die nächste Runde

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Dxxx philosophische Ansichten heute

08.05.2001

Unser Leben und Denken wird durch mehrere Dinge bestimmt

Als erstes kommt Gott, als die erste Idee, der Plan.

Dann kommt die Philosophie, als die grundsätzlichen Fragen, die wir beantworten möchten.

Dann kommt die Mathematik, die die sprachliche Ebene darstellt zwischen unserem Geist und dem Kosmos

Dann kommt die Wissenschaft, die uns das Werkzeug zur Erkenntnis in die Hände legt

Dann kommt die Kunst(und damit auch Musik), die den Ausgleich schafft und uns erst auf die Schönheit der Welt aufmerksam macht.

Jeder Punkt ist gleichwertig!!!!

Nichts kann ohne das andere existieren. Alles ist alles zugleich. Wenn wir uns auf einen Punkt konzentrieren, müssen wir alle anderen in Betracht ziehen. Wissenschaft ist genauso Asthetik und künstlerisches Gestalten, wie Kunst auch Mathematik ist.

Und genau darin liegt meiner Meinung nach der Schlüssel. Der Mensch lebt weiterhin nur mit Ahnungen, da er das umfassende Werk nicht erkennen kann. Wir können uns nicht nur auf unseren Kopf konzentrieren

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Hallo Holger,

tja, ich habe dein kleine Abhandlung schon gelesen, aber im Moment komme ich noch die Zeit, eine ausführliche Rezension zu schreiben.

.

Allerdings gibst du dich mit einem wie diesem auf rutschiges Parkett, aber ich finde es gut, dass sich heute noch einige Leute Gedanken darüber machen. Natürlich kann man die philosophischste Frage aller philosophischen Fragen, nämlich die nach dem Sinn des Lebens, auf verschiedene Arten und Weisen diskutieren, auch, wenn man ihr die nonchalante Widersinnigkeit 42 zuordnet. Schön ist auch, seine Identität in einer „Dualität“ zu finden, eine sehr alte Anschauung glaube ich. Neben Ying und Yang fällt mir da auch Seneca mit seinem „mediocrates“ ein. Sich über Religion auszulassen, insbesondere über die christliche, scheint jedoch ein getragener Hut zu sein, denn wir wissen heute, das Mythen stets als gedankliches Konstrukt zur Erklärung einer scheinbar übermächtigen Welt dienten und dienen. Der Übergang zur industriellen Wissensgesellschaft macht den Menschen selbständiger, der Bildungsgrad steigt, vielleicht stehen wir bald vor einer wissenschaftlichen Beantwortung der Frage, wie die Welt entstanden ist ! Jedoch ist fraglich, ob uns diese eine Antwort einen Sinn gibt. Manchmal sehe ich das Kreuz Christi, dass das Sinnbild unserer Sinnsuche sein könnte. Jeder trägt sein eigenes, und jeder könnte es vonsich werfen, würde man seinem Leben einen Sinn und Selbstbestimmung geben …! Eine Frage des Wollens?

Was will ich ?

OK, es wird spät, das nächste mal mehr,

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That’s it, Folks.

Also, für den Fall, daß nicht Mutige dort in der Welt diesen Faden wieder aufgreifen möchten. Der Steinbruch scheint mir noch sehr frisch und unangetastet zu sein.

Ich freue mich auf Alle, die anpacken.

Ihr Herr Hansen

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