17. Mai 2015

Es ist heute der Tag, der am 17.05. geborenen. Nachdem der §175 dStGB seit 1994 aufgehoben ist, ist endlich die männliche Homosexualität straffrei. Hurra! Dies ist auch für nicht homosexuelle Männer ein Grund zur Freude, denn – ob mann sich auf schwule Kontakte einläßt oder nicht – das Tor zu diesem Teil eines kompletten Menschenbildes ist nicht mehr staatlich unter Strafe gestellt. Überhaupt bringe ich in diesem Zusammenhang die Frage an den Rest der Welt: Was geht den Staat die Sexualität von erwachsenen Menschen an? Natürlich unter dem Gesichtspunkt, daß der Zwang zu sexuellen Handlungen ein Verbrechen darstellt. Doch bei einvernehmlichem Sex muß der Staat außen vor bleiben. Doch dies war 122 Jahre in deutschem Rechtsgebiet nicht der Fall, und verwunderlich ist, daß während der ersten sozialdemokratischen Regierungsphase in der Bundesrepublik dieser höhnende Paragraph nicht schon gekippt wurde. Natürlich wird auch heute noch gerne mit einem verqueren moralischen Bild gegen jedwede Homosexualität angegangen, die in meinen Augen jedoch gerade charakterliche Mängel bei den feindlichen Predigern offenlegen, schließlich ist es nicht nur eine Frage von Offenheit und Toleranz, sondern gar einfacher Respekt gegenüber anderen Menschen, der dazu anhalten sollte, eine eventuell negative Meinung über Homosexualität einfach für sich zu behalten. Schließlich wird kein Mensch dazu gezwungen. Und wenn doch, handelt es sich um den Sachverhalt der Vergewaltigung, und dieser ist zum einen strafbar und unter Heterosexuellen leider häufiger anzutreffen (das „leider“ bezieht sich auf die Opfer einer Vergewaltigung).

Insofern ist es ebenfalls eine Pflicht für jeden aufgeklärten Staatsbürger sich global für die Rechte homosexueller Frauen und Männer einzusetzen, die oft unter massivsten Repressalien leiden müssen. Denn die Feinde der Freiheit gibt es überall. Und ob Frauen unterdrückt werden, Lesben und Schwule gejagt werden, Zugezogene angepöbelt werden, die Angst geht um in den Hirnen der Bemitleidenswerten. Das Fremde, oh, das Fremde! Es greift um sich und alles wird niedergerannt von dem Fremden, den fremden Sitten. Oh, Grundgütiger, wir werden alle zu homosexueller Unzucht angehalten mit den fremdesten der Fremden. Lasst uns schnell vor Kreuzen niedersinken, uns verschleiern oder für Gotteskrieger in idiotischste Kriege ziehen, nur um das Fremde Sein vor unseren Türen bekämpfen zu können, zu ignorieren, zu beschimpfen, niederzumetzeln. Die Angst! Die Angst! Vor dem Fremden…

Keine Entschuldigung von mir für diese Pöbelei. Ich bin glücklich, mich in dieser Welt schon immer fremd gefühlt zu haben. Danke, irrer Geist.

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Ein Gedanke zu „17. Mai 2015

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