23. Mai 2015

Okay, Angst. Am heutigen Morgen ist mir Moriarty begegnet, der Erzfeind. Schon war mir klar, daß die Aussage, daß ich mich freuen würde, über das Thema Angst zu schreiben… äh… ein wenig das berüchtigte Pfeifen im Walde war. Wer mag Angst? Sicherlich kann sich etwas daraus entwickeln, wenn ein Mensch sich der Angst stellt und sie überwindet. Doch das ist leider der eher seltene Fall, zumal ich auch heute morgen, als ich Moriarty in seinem schwarzen BMW davonfahren sah, spürte, daß Angst letztlich dadurch am gefährlichsten ist, das sie völlig irrational ist. Kenne ich meine Furcht? Eine gute Frage. Sie ist kaum zu beantworten, da die Ängste in immer neuen Verkleidungen, immer neuen Masken auftreten. Jede Situation, in welcher die innere Unsicherheit um sich greift, ist anders. Um einen kleinen Seitensprung zu den von mir behaderten Ängsten anderer Menschen zu wagen: Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, daß sich Menschen wirklich vor konkreten Triggerbanden fürchten, sprich als Beispiel die Angst vor den fremden Menschen, die in „meinem“ Land nichts zu suchen haben, nur eine Reflektion ist, die vor allem die eigene(n) Schwäche(n) kaschieren soll. Dazu sollte ich ausführen, daß der Begriff der Triggerbande von mir gerade erfunden wurde. Der Trigger existiert und er trägt manchesmal die Gestalt eines Menschen, der Angst auslöst. Manchesmal ist es auch eine Gruppe von Menschen, doch nie die Triggerbande, die sich als Exempel „der Ausländer/Homosexuelle/Zigeuner“ nennt. Angst ist auch nicht so einfach zu entlarven. Sie wohnt in der Tiefe ihres Wirtes. Sie reagiert auf Eindrücke ihres Wirtes, doch auch auf äußere Impulse, auf die der Wirt keinen Einfluß nimmt. Sie ist insofern bespielbar für einen Dritten, denn sie lebt von der Bestätigung, die sie zum Aufplustern bringt. Ist der Trigger bedient, trägt die Angst ihr schönstes Kleid, schillert sie in den leuchtendsten Farben. Sie betritt ihre Bühne und tanzt dort. Sie setzt sich unter dem Namen Moriarty in ihren BMW und kreuzt meinen Weg, grinst mir frech ins Gesicht und zeigt eine Faust, die mir sagt: „Wenn es mir plaisiert, werde ich dich zerquetschen. Und niemand wird dir zur Hilfe eilen, denn du bist die Schwäche, die ich, Moriarty, ausmerzen werde. Alle Götter sind mit mir, dem Starken.“ Es erzeugt diese Enge im Hals. Der Griff der kalten Hand um mein Herz, welches sich zusammenzieht. Das Pochen im Bauch. Der Fröstel auf den Armen, im Nacken. Da ist sie und wuchert.

Vor einigen Wochen schrieb ich folgende Worte: „Eine Frage, die sich ein Opfer immer stellen sollte ist: Was brauche ich? Abstand? Konfrontation?“ Dieser Textpartikel ist so auch zur Angstbewältigung zu schreiben. Es hat keinen Sinn grundsätzlichen Abstand oder Konfrontation zu fordern, denn die Art der Angst ist, daß sie auch individuell gemeistert werden will. Doch es gibt immer den einen Weg, den der Wirt versuchen sollte: Der Blick in die eigene Tiefe, an den Platz, an welchem die Angst wurzelt. Doch bitte auf diesen Weg nur mit Hilfe eines geschulten Therapeuten gehen. Dinge, die man dort sieht, können zu irrationalem Verhalten anhalten. Ich weiß, wovon ich schreibe.

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