25.05.2017

Revolte + Terror = Jugendkultur hahahahahaha

vorwort: Wem der Stil des Geschriebenen nicht paßt, wer den Wirrungen und Irrungen der Gedanken nicht folgen kann, wer was auch immer …. geht einfach weg. Okay?

this is the worst trip I’ve ever been on. Mann, ich steh voll in der Wüste. Auf einer Brücke, unter der die Sanddünen lachend hindurchziehen. Als ich vor einigen Tagen über Rockmusik nachdachte, fiel mir dieser Streifen „almost famous“ ein. Ist inzwischen fast volljährig, der Film. Und dann folgte der Gedanke über diese Szene darinnen, in welcher der Junge die Platten von seiner rebellischen Schwester unter dem Bett hervorzieht, und sein Leben gerettet werden soll. Zum Glück war kein Serge Gainsbourg dabei, sowas wie Histoire de Melody Nelson, kultivierter Schweinkram mit kleiner Körbchengröße und satten Arrangements.  Zu feingeistig für die kommende Stewardess und überhaupt zu kultiviert für irgendein Amerika. Ob nun das verfilmte 1969 oder auch der Donny-Age-Komplex, unter welchem wir zu schnaufen beginnen. Als wenn das nicht egal wäre…. kaum verflogen die Klänge… stand dieses kurze Intervall am Beginn eines Streichquartetts von Alban Berg in der Atmosphäre und… was ist mit Euch los? Fragen Alban und auch ich!

Die Erinnerung an „almost famous“ hatte schon einen gewissen Sinn. Ein Film über das Ende jener Phase einer heiß gelaufenen Maschinerie. Das Vorglühen war der Rock’n’Roll, die Hüfte, Algerien, Wirtschaftsaufschwung und vor allem AUFSCHWUNG. Bis ins Weltall. Im ersten Akt wurde der Jazz dann heißer, drängender, freier, entstand eine mündige Schicht an Menschen, die Rechte forderten, flogen die Raketen im Orbit, wurden die Kriegsschauplätze exotischer und Einnahmen aus Schallplattenverkäufen galten noch ein wenig wie Wolkenkuckucksheim. Im zweiten Akt verfliegt die Exotik des Krieges, denn Er Will Dich, wird in flirrenden Paisleymustern [Das sind aber ganz schön konkrete Gedankengänge, mein lieber Schwan oder auch Scholly oder… äh] dieses Wollen verneint, mit grinsender Kopulationsakrobatik auf Rockbühnen die Macht zelebriert als Poesie der Wirtschaftsmuskelmasse, während der Rest langsam schnauft. Und wenn 1973 die Maschine eben heiß läuft? The Fall of Saigon steht vor der Tür. Die Ölkrise. Die RAF. Die PLO. Die ETA. Die IRA. Die nicht gut abzukürzende Brigate Rossi (Okay, die Abkürzung bringt Medienleute aus Bayern zum knurren) Dazu ist alleine in Europa noch so manches Ländchen unter einer Diktatur bemantelt. Spanien, Portugal, Griechenland, der Zypern-Konflikt. Dazu noch der ganze Warschauer Pakt, eine fantastische eigene Liga der Unterdrückung. Nicht zu vergessen, nicht?

Wozu das Ganze? Weil dies grelle Augenpaar manchmal ARTE schaut. Weil dort immer gerne des Sommers schöne, kreischend bunte Dokus über die Rebellen jener Zeit gezeigt werden, die uns heute mal so richtig schön zeigen können, wie der Unzustand unserer Zeit in eine total groovige … ach, klappt ja gar nicht, weil die Realität ja weder ARTE-konform, noch Netflix-bingemäßig zurecht geschustert werden kann, denn da ist der Mann mit dem Bombenkoffer. Und der macht das Licht aus. Das haben die schon immer gemacht. Die ganzen Hirnis, die nur drei Buchstaben behalten können, hatte ich schon aufgezählt. Und damit sind wir plötzlich am Brunnen Mimirs angelangt. Ganz ohne ein Auge zu verlieren. Nur eine volle Dröhnung an Alban Berg oder einen anderen geilen Macher aus der (Achtung) Neuen Wiener Schule. Nicht die Alte. Die Neue! Ist zwar älter als sowohl Frankfurt, als auch Hamburg. Nichtsdestotrotz! Oder halt mit John, bzw. Alice Coltrane hochfahren. Mimir sagt: Jungens, Mädels.

Da seht sie stehen! Dort stehen sie herum, die Konserven.

Die Konservativen.

Die Kompressionierten.

Die Konfektionierten.

Die Kompromittierten.

Die Kompostierten.

Alice, das ist nur scharf. Shiva Loka.

Die Kondolierten.

Die Gondolierten? Die Kronzeugierten!

„Das geht so nicht weiter, Mimir!“

Die Präservativen.

Die Präversativen.

Die Frittierten!!!

„Du kannst nicht so Recht sprechen, oder in den Quell der Weisheit blicken, Mimir!“

Das Kapital. Spielt und würfelt. Es rückt die Figuren. Das ist doch klar. Das ist Physik. Wölbt sich das weiße Yang oben aus, quellt das schwarze Yin nach unten weg. „Und natürlich“…. nee, ruft Mimir: meet the new boss, same as the old boss. Denn auch das ist Physik: die Luft am Gipfel ist immer dünner, als im Tal. Da können so viele Wortspiele und Versprechungen, Versprungungen, durch die Welten schwirren, das kann nicht gehen.

„Mimir! Warum schicken Leute Dick-Pics und dann seh ich nur Richard Nixon?“

Weil eben „Dicky’s such an Asshole.“ und heute singen wir „Donny’s such an Asshole“, und statt einem DickyPic, setzen wir ne blöde Orangenperücke auf. Annoying Orange for real.

Is everybody in?

Nein. Warum auch. Jedes so begrenzt, es kann. Kondoliert doch, wo ihr wollt. Zum Teufel. Ständig sterben Menschen, jederzeit, jeden Orts. Durch Krebs. Durch HIV-induzierte Erkrankungen. Durch Bombensplitter. Kein Tod ist schön. Nirgends. Nie. Und dennoch rafft es Menschen dahin. Der Schrecken ist immer die Lücke, die der Tod reißt. Die Unzeit, die er erschafft. Und dennoch sagen Mimir und auch ich: Kommt endlich klar damit, das Euer Abo mal irgendwann abläuft. Das Ticket wird Euch aus der Hand gerissen, da seht Ihr nur noch die Fetzen im Winde wehen. Und natürlich habt Ihr Angst davor, wenn der Schalter umgelegt wird. Und im Off steht nicht mal Wayne. Mimir lacht. Über die, die vor toxischen Menschen warnen. Mimir ROFLT. So ein nordisches Wesen sollte sich nicht so verstörend verhalten. Hey.

Jetzt ist die Bagatelle passiert. Der Schreiber lacht auch. Hat aber nur eine Sekunde zuvor das Wasser getrunken. Das Papier wellt. Heilig’s Blechle. Und warum das Ganze? Weil nasses Papier die Eigenheiten des Wassers übernimmt, natürlich! Das Farbband muß in der Nacht am Feuer verweilen, auf das trockenen Fußes der Text weiterwandert. Gleich einer akustischen Guitarrrrre. Chico legt noch ein paar Flöten mit ins Grab. I think it’s gonna rain today.

Zwischenwort:

Wer jetzt noch hier rum nölt, ey! Mein Freund Haarmann hat ein Hackebeilchen

„So, Mimir“ Was! Mit den Fingerchen fummelnd wie Mister Burns, nur Millionen an Dollars weniger „Also, sollen Menschen nicht Dinge und andere Menschen meiden, die schädlich sind?“ Watt is dat für ne scheiß Frage, du Eierkopf. Dann kannste dich inne Höhle einschließen. Datt ganze Leben is voll toxisch. Kaum biste auffe Welt, iss schon die Kakke am dampfen. Oder willste dem Finanzamt auch jetzt mal mit „Also, ich muß Sie bitten von Ihren Forderungen nach Steuerzahlungen Abstand zu nehmen, denn das erzeugt eine negative Schwingung in meinem Leben“ auffen zeiger gehen, watt? vollpfosten! Damals als noch über Nixon-Bilder sinniert wurde, ha. Ja, girl in trouble. Hat irgendwer mal drüber nachgedacht, was DickPicMusic ist? So was, wie … wir kommen nicht ausse zeit da raus. Almost famous und so. Led Zep I oder II. squeeze me lemon til the juice runs down me leg. Robert Plant aus Yorkshire, kreisch! Aber das ist dann der Sound der Revolte. Und natürlich der arme Hendrix, der doch niemandem was getan hatte*. Und immer wieder nur Satisfaction. Ich verlange auch nach genau dem und verlange dazu auch noch die Wahl der Waffen. Waffeln. Wenn immer auf die gleiche Stelle geschlagen wird, dann ist das Physik! Oder Biologie! Da entsteht ein Bluterguß. Und Schmerz. Und irgendwann bricht auch der Knochen. Habt Ihr sonst keine anderen Ideen? Seid doch nicht immer so eindimensional! Stellt Euch vor, Ihr stündet vor Kafkas Schloß, hört die Telefone und die Schreibmaschinen. Stellt Euch vor, Ihr seid ein Käfer. Was denn?! Ihr geht dann rein!

time takes no prisoners. time takes a cigarette.

Ein kurzer klarer Moment wie ein Pochen. Die Bürgerrechtsbewegung der 1960er hatte ein klares und einfaches Ziel: Gleiche Rechte für alle Rassen.

Was hat 2017 zu bieten? Mimir will wieder ROFLN. Können wir einfach den alten Faden wieder aufnehmen und noch „Gleiche Rechte für die Geschlechter“ hinzufügen? Okay? (this is the most worst trip I’ve ever been on) Ich bin doch der Käfer. Und das Wasser habe ich getrunken. Einst sprudelte es. -.-

* Jimi machte mal den Song little wing. Wer da irgendwas von Revolte raushört, sollte mal ein Wasser trinken. Jimi wollte doch auch nur wegfliegen.