„Young kids playing rock music, should be ashamed of themselves for not doing something really new.“

„Young kids playing rock music, should be ashamed of themselves for not doing something really new.“

Wenn ich diese Aussage lese. dann stimme ich ein wenig zu. Der Mensch, welcher dieses sagte, will wohl auch einfach etwas zuspitzen und vielleicht sogar Widerspruch auslösen. Was auch immer. Ich frage mich natürlich, ob Rockmusik im Jahr 2016 wirklich noch wichtig ist. War sie jemals wichtig? Ja. Auf jeden Fall. Doch die beste Musik, die ich selber über die Jahre in meinem Herzen sammelte, war Musik, die vielleicht Rock oder auch komplett anderes war, aber Musik, die berührte. Insofern kann die Rockmusik ab der Gegenwart ruhig verschwinden, in Bezug auf die erwähnten „young kids“. Und die Alten, die noch zum Instrument greifen? Okay, seien wir ehrlich. Weltbewegendes hat es in der Rockmusik tatsächlich seit Jahren nicht mehr gegeben. Und eine neue Punk-, Metal-, Indierockband braucht auch kein Mensch. Explosive Musik mit Gitarren, Bass, Schlagzeug machten zuletzt höchstens noch die Swans, die das Vokabular der Musik jedoch auch mächtig erweiterten, da sie Atmosphäre und Aura der Musik belebten und ihnen die Länge eines Musikstückes völlig egal wurde, so das die Fugen auseinanderbrachen. Und da die Swans ihre Musik hauptsächlich über die neue Schiene des Fundraising finanzierten, war die Musikindustrie nur noch als teilweiser Verteiler gefragt. Und die Industrie braucht den Rockmusiker noch, und dabei auch gerne mal jung und unverbraucht, damit auch das junge Publikum noch bedient werden kann. Es mag 14-jährige Jungs und Mädels geben, die einen Michael Gira als Idol sehen können, aber viele werden es nicht sein, welche die Geduld aufbringen, sich mit derart sperriger Musik auseinanderzusetzen. Wenn also alt, dann Acts, die auch bei sommerlichen Festivals noch die Massen bewegen können. Und das ist keine Rockmusik mehr, sondern Show. Entertainment. ZDF-Fernsehgarten für Hippies und solche, die das nie zugeben würden, denn ihre Tattoos passen nicht dazu, denn sie sind HARTE, ganz HARTE Jungs und Mädels.

„young kids should stop flogging dead horses.“

Noch ein Zitatteil, das in sofern interessant ist, da es auf einen Plattentitel der Sex Pistols verweist. Der Kenner weiss, das diese Platte erst nach dem Ende der Band veröffentlicht wurde und auch nur Unveröffentlichtes und Ausschuß zusammenraffte, womit dem Titel „flogging a dead horse“ auch schön Genüge getan wurde. Und da setze ich doch mal an: Was wäre jetzt so schrecklich an einer Band aus 19- bis 25-jährigen Menschen, die den Ball der Sex-Pistols-Nachfolgeband P(ublic) I(mage) L(imited) aufnähmen und einen Sound wie jene auf „metal box“ brächten? Oh, das wäre himmlisch! Wird es eine solche Band geben? Nein. Es könnte sie geben, denn sicherlich wird dem ein oder anderen jungen Menschen irgendwann dieser Sound auf dem Lebensweg begegnen. Und von diesen jungen Menschen wird vielleicht jeder zehnte auch so tief beeindruckt sein, das er/sie sich denkt: „Das will ich auch mal machen.“ Denn der zwischen Krautrock und Dub angesiedelte klinische Antirock-Sound mit schneidenden Gitarren, angewidertem Mundwerk ist sicherlich noch nicht totgespielt, kein verendetes Pferd vom Anger. Dennoch wissen die meisten Menschen, die es jemals mit der Musik versuchten, das der eigene Sound auch sehr stark von der direkten Umwelt geprägt wird, was auch für die Musik von PIL galt, denn diese hörten Can und Reggae am Gunter Grove. Das nur mal als Anstoß. Neue unrockende, aber laute Wege sind möglich, auch noch nach 2016.

Warum trotzdem immer noch junge Menschen es mit diesem Klangbild versuchen? Außer, das es einfacher ist, als z.B. sich im Jazz zu versuchen? Die Rockmusik ist inzwischen gesellschaflich so integriert, daß der Tod eines Rockmusikers in der Jetztzeit mehr Tränen hervorrufen kann, als der Tod eines anderen prominenten Menschen. Sollten tatsächlich irgendwann Mitglieder der Rolling Stones sterben, werden wir es wieder messen können. Ein weiterer Grund ist der wirtschaftliche Aspekt, denn würden die Kids tatsächlich diesem Stil entsagen und völlig neue musikalische Klangwelten entwickeln, würde dies die Musikindustrie vor ein unglaubliches Problem stellen, denn damit brächen sicherlich auch Kundenpotenzen weg, die vielleicht das neue RedHotChilliPeppers-Album einfach ignorierten und bei deren Auftritt während einem Sommer-OpenAir einfach das Gelände verliessen, denn: „Rock? Pfff!“ Undenkbar? Naja. Ganz undenkbar sicherlich nicht, doch um wirklich den jungen Rock zu schleifen, bräuchte es auch ein Umdenken in anderen Aspekten des täglichen Lebens.

„young kids should definitely search for the interacting with others in making music, but not by evoking old clichés.“

Da findet sich dann auch der Ansatz, daß ein wesentlicher Punkt des Bandmusizierens wichtig ist: Das Miteinander. Und es ist kein Miteinander, das von einem unbestimmten Außen gefordert wird, denn oft ist der Funke, der eine Band begründet, die gemeinsame Sympathie. Oder? Für mich als Hörer wäre eher wichtig, das sich junge Menschen dem Aspekt stellen, das ihre Musik berührt. Und wie einst der weise Robert Fripp wußte: „In der Rockmusik kann es dir passieren, das du gefickt wirst.“ Was sich vielleicht abschreckend anhören kann, ist jedoch eine einfache Einladung dazu, offen zu sein für die Schwingungen der Musik. Und wer sich dazu hingibt, macht keine Musik mehr, die sich nur wie eine Klonung bestehender Sounds anhören wird.

Advertisements

Der Ruf nach Veränderung…. hüstel

Liebe Welt,

wie schon Heinz Erhardt einst zu sagen pflegte: Einen habe ich noch. So gebe ich noch ein Gedichtlein preis, das auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel trägt. Es gibt einen Hinweis auf das Alter. Und wer die angesprochene, prominente Figur errät, der gewinnt Aufmerksamkeit. Wie schon im Falle der „20 goldenen Probleme“ ist der Tonfall recht rüde, gar ruppig. So mag ich es aber auch. Ist der Autor doch damals in die Arno-Schmitt-Schule gegangen, ein lustiges Liedchen pfeifend.

werden uns alle ändern müssen Wir…

Pack den elenden Zimmermann den Lügner den Geschichtenerzähler den Sandmann

Sagt: die Zeiten ändern sich die Zeiten ändern sich ändern sich die Zeiten nicht werden uns alle ändern müssen wir…

Lüge : Bobby! Lüge Bobby was vor Lüge – Bobby Liebe Ich: Liebe: Dich: und mach Dir nichts vor Bobby Energieverschwender Luftverschwender Lüge Bobby Was vor Lüge Bobby Wird sich ändern müssen Bobby Ja Bobby JaJaJa

SAG DIE ZEITEN ÄNDERN SICH NICHT NIE NIEMALS NIE ÄNDERN SICH DIE ZEITEN JEMALS ÄNDERN SICH DIE ZEITEN NIE WERDEN UNS ALLE ÄNDERN MÜSSEN WIR…

WIR BOBBY wir bobby wir auf der andern seit von bobby betrüger werden dir alle die nase langziehen müssen wir…elender zimmermann gerichtsvollstrecker generationsvollstrecker wirst uns alle müssen du elender liebt dich dein herz wird sich verhärmen bei anblick deiner energieverschwendung durch atemluftbeschaffung wirst du einstellen müssen bald

pack den elenden zimmermann dich hinfort zu den Packern in Gemeinschaft von elenden Schwindlern, edlen Schwindlern Schwindsüchtige erzählen von an den Händen packen, Händen abhacken,

SAG SAG SAG DIE ZEITEN ÄNDERN SICH NICHT WERDEN UNS ALLE ÄNDERN MÜSSEN WIR

Ich glaube an den Zweifel

Ich glaube an das Nicht-Wissen-Können

Ich glaube an den Kosmos

Ich glaube an das Nicht-Müssen

Ich glaube an sechs Milliarden Einzelzellen

Ich glaube an mehr als die Wiederholung, die Wiederholung, die Wiederholung

Werden uns alle ändern müssen wir werden die Zeiten nicht ändern können/müssen/wollen/werden

20 golden problems

Liebe Welt,

vielleicht hast Du manchmal das Gefühl, daß ich nicht mit einem einfachen Stift schreibe, sondern mit einem Messer in der Hand, einem Messer zwischen den Zähnen und einem Messer im Rücken meines Nächsten.

Das ist nicht ganz richtig.

Ich benutze eine Tastatur seit einiger Zeit.

Früher benutzte ich das oben genannte Repertoir und leitete ein Seminar mit dem Titel „Hasspredigen leicht gemacht“.

Wie sich das las?

So:

„Golden Problems“

Fragmentarischer, bewußtloser und bitte etwas ereignisloser, ahnungsloser

Nicht so verschmitzt und technikbewußt, ich höre keine Haken, keine Verzerrung

Alles zu Clean hier in der Tonfabrik, lauter Strukturen – aber nichts funktioniert

Klingt wie Marschieren der Tomatenarmee gegen die Messerköpfe

Mehr Bass, weniger Musik, Gitarrenfrei

Greifen wir doch mal lieber wieder in die Geschichtskiste, was haben wir?

Die 80’er, cool, das zieht dem Volk die Moneten nur büschelweise aus dem (Hintern)

Nebenher kann ich auch mal von meinem Leid erzählen, endlich hört man mir zu

20 goldene Probleme – ein Konzept

Erzähle Du jetzt nicht von einer Auswahl Bahnhöfe, die Deinem Leben Tritte versetzt haben

Dadurch daß du den nuschelnden Bahnhofsprecher nicht und seine Ehefrau erst recht nie und nicht und niemals verstanden hast

Erzähl mir nichts von Anglizismen, die Dir den Kopf verdrehen

Laß mich, laß mich – geh zu den Priestern, um ihnen vorzuheulen, oder nimm dir

Die Gitarre und laß eine Serenade der Pickelcremes erklingen

Du denkst Du bist der Erste, dreh dich mal um in der Warteschlange zur medialen Freischaltung

Da steht die Stammkundschaft seit 1989 oder ’77 oder ’68 oder ’45, ’57,’14-18, dreckiges Grinsen und keine Ahnung und für mich kein Reim mehr auf irgendetwas setz dich in die Bahnhofsmission und laß mich endlich oder

Hau lieber ein Bild, Wortprolet, hau lieber jemandem die Rübe ab

20 goldene Probleme – ein Konzept

He da, Blickfang,

hey Blickfang, komm her und erklär mir mal, warum Du diese Verkleidung aufgelegt hast

Dir steht der Manierismus bis in den letzten Augenwinkel eingraviert geschrieben

Du fängst wie gedruckt, hey Blickfang, Zicklein

Nimm Dir Zeit und den Glauben und eine Prise verlorener Hoffnungssucht deine Verkleidung abzunehmen,

Schicht um Schicht wirst Du Dir näherkommen,

Schicht um Schicht verlierst Du die Lust und das Glänzende und die Magersucht just around the corner

Hey Blickfang, Staubfang, Madenfang, bald schon entsorgt

20 goldene Probleme – ein Konzept

Da stehst Du wieder nutzlos in der Straße und dieser Bus fährt auf Dich zu

Geh ihm einmal nicht aus dem Weg, laß ihn ausweichen, zeig dich einmal hart, denn

Wenn Du es tust, haben sie Dich erwischt

Und endlich bist Du genauso schwach wie ich:

Nicht fähig ein „Nein“ über die Lippen zu bringen

und alle werden anrücken, um Deine Unterschrift unter Papiere zu zwingen

Allen voran die Sektenvereine im Namen des wahren Herrn aller ausgehenden Millenien und

Apokalypsen, die Dir mit Pfählen drohen werden und die Fäustchen in die Höhe recken, damit Du unter ihren Flüchen, die die Hölle um die Ecke herum für Dich, speziell für Dich aufbauen werden,

„Herzlichen Glückwunsch, Herzlichen Kater“ für die Jahre zum Zusammenbruch

20 goldene Probleme – ein Konzept

Dann dreh ich das Radio an – und frage mich

Dann nehm ich das Telefon ab – und frage dich

Dann schalt ich die Glotze ein – und schallend durch die Räume:

„Deutschland, Deutschland Deine Probleme“

Und mir kommt die Galle und die Gesinnung und die Erkenntnis,

daß der erste Weg zum nächsten Planeten nicht nur der kürzeste, sondern vor allem

der Beste ist, nur weg von „America, America your Problems“, denn der Sprung in die „hiding bushes“ ist

so vergoren, wie der Rest dieser Sippschaften, die mir durch die Augen ins Hirn, Herz und meine Seele dringen, um dort die Fässer zu öffnen, die Leber zu ruinieren und ihre Machtgeilheit zu zelebrieren

Ich könnte etliche Namen nennen, doch weigert sich meine Zunge Gift zu tragen

Erkennt euch selbst: Machterhalt ist mehr als ein Problem, it’s a way of life

Und in mir schreit es weiter:

20 goldene Probleme – kein Konzept