15. Mai 2015

Oh, die peinliche Panne! Die eigentlichen Gedanken des heutigen Tages weilen auf einem USB-Stick, der geographisch von mir getrennt ist. In einem anderen Land. Und die Gedanken hatten sich in teils schöne Worte fallen lassen. Okay, ich werde den Text am kommenden Montag nachreichen. Ein kurzer Anriß, über was ich schrieb: Heute ist der 62. Geburtstag des Mike Oldfield. Ich schrieb einige Worte über seine Karriere, über sein Debüt Tubular Bells, ließ wissen, daß sich entdeckerfreudige Seelen mit den ersten vier Alben des Herrn beschäftigen sollten und letztlich murrte ich darüber, daß die Oldfield’sche Musik gerne dem Genre des sogenannten New Age zugeordnet wird. Da ich in diesem zur Zeit als verloren geltenden Text bereits über Tubular Bells geschrieben habe, möchte ich daher nun an dieser Stelle den Scheinwerfer auf die weiteren Drei der Großen Vier richten.

Als da wäre… Hergest Ridge (1974). Ein größerer Hügel, an der südlichen Grenze Englands mit Wales. Eine Platte, welcher die Frische, die Aufregung, die teilweise Exaltation des Debüts fehlen mochte. Doch die Schönheit mancher Tubular Bell’schen Passagen fand sich hier ebenfalls wieder, wenn auch Hergest Ridge eher einer Herbstplatte gegenüber dem Frühling des Debüts gleichen mochte. Es stecken viel größere und stärkere Gedanken in dieser Musik, die zwar – wie bei Oldfield in den ersten Jahren üblich – wortlos vorgeführt wurden, doch ihre Geschichten drangen dennoch lebhaft in die Klänge ein. Oldfield griff vielmehr die Inszenierung des zweiten Teils seines Debüts auf und orientierte sich an dessen ruhevollem Wesen. In der Mitte des Part One aus Hergest Ridge wird eine Oboe ins Spiel gebracht und Profis berichten gerne von Einflüssen des auch von mir gerne gehörten Jean Sibelius. Als Ergebnis können wir Hörer ein akustisches Schaumbad geniessen, und um die Schönheit der Musik zu erkennen, muß nicht einmal ein Fahrzeug über enge englische Straßen gelenkt werden muß. Bezüglich des Part Two dieser Platte wird immer gerne vom Thunderstorm gesprochen, eine Passage, in welcher Oldfield x-tausend elektrische Gitarrenspuren übereinanderschichtete, bis es tatsächlich donnerig und zuckig wurde im Gewühl der Musik. Doch ist der Weg dorthin melancholisch, dunkel und manchesmal gar von wunderlich schönen, irrlichternden Melodien gesäumt. Es entstehen Gefühle, die ich gerade mal in Absenz anderer Worte als keltisch bezeichnen möchte. In anderen Momenten hat der Sound etwas Oldfield’sches. So jung der Mann damals war, so charakterstark war seine Musik. Diese Dinge sollen sich ja auch nicht ausschließen, und im Falle des Briten wurde der Charakter mit seinem nächsten Album noch stärker. Doch dazu äußere ich mich zu gegebener Zeit.

Werbeanzeigen