Nach „Brüssel, 22.03.2016“

Vielleicht ist dieser Text der letzte, den ich schreiben werde. Ich bin frustriert, sehr tief. Warum? Die terroristischen Anschläge in Brüssel am 22.03.2016 sind der Auslöser. Ein weiteres Warum?

In den vergangenen Monaten hat sich das gesellschaftliche Klima in Europa gewandelt. Ein paneuropäischer Nationalismus greift um sich. Ein Klima, das vergiftet auf alles, was fremd ist, starrt und dessen Verschwinden verlangt. Die Art, wie dieses Verlangen artikuliert wird, ist von Hass und Wut getragen. Lange habe ich versucht, in Texten und Gesprächen, dieser Bewegung etwas entgegenzustellen. Sei es Empathie, Vernunft, eigene Fassungslosigkeit.

Am vorgestrigen Tag, dem genannten 22.03.2016, sind wieder einmal Menschen zu Tode gekommen, als Ergebnis einer Anschlagsserie. Sage ich es kurz: Es geht nicht an. Dieser Art von Menschenfeindlichkeit ist Einhalt zu gebieten.

Sowohl bei jenen, die sich als Islamisten bezeichen, als auch bei jenen, die von Tag zu Tag gegen alles Fremde wettern. Es ist erschütternd zu sehen, wie zwei extrem gegenpolige Ansichten miteinander wetteifern, wer die schärfste Klinge fährt. Frustierend ist jedoch, wie günstig die Attentate für den paneuropäischen Nationalismus sind. Doch letztlich können sich die konservativen, populistischen Kreise Europas nicht davon freisprechen, eine Mitverursacherschaft an den Terrorakten zu tragen. Sind sie es doch, die nun bereits seit Jahren keine Gelegenheit verstreichen lassen,

– eine europäische Leitkultur zu verfechten

– dem Islam eine Existenz auf europäischem Boden zu verwehren

– die permanente Gefährdung aller europäischen Nationen durch Überfremdung zu predigen

Können sich die Fürsprecher dieser Thesen vorstellen, daß gerade junge Menschen, die ständig diesem Feuer der Angst und Abgrenzung ausgesetzt sind, dieses letztlich aufnehmen und nach außen weitertragen? Dies äußerst sich zum einen darin, daß konservativ-nationalistische Kreise eine überdurchschnittliche Beliebtheit in Altersgruppen bis zu 29-jährigen erreichen. Die Kehrseite sind junge Selbstmordattentäter, die letztlich auch durch Perspektivlosigkeit und Ablehnung in den eurozentrisch gesinnten Gesellschaftspartien dahingehend vorgeschliffen werden.

Dieses permanente Wechselspiel sehen zu müssen, ist ernüchternd. Und bringt mich dazu, diese Form von Texterei in Frage zu stellen. Deswegen möchte ich ein letztes Mal meine Stimme erheben und den letzten Leserinnen ein paar Ideen mit auf den Weg geben.

Der ausländische Straftäter.

Jaja, das Todschlagargument. Doch gehe ich einfach davon aus, daß in der europäischen Justiz sicherlich kein Straftäter laufengelassen wird, wenn er „fremd“ genug ausschaut. Wobei ich hoffe, daß das Gegenteil auch nicht der Fall sei. Wundere ich mich doch mit Bauchschmerzen über die Tendenz der Justiz in den Vereinigten Staaten eine größere Härte gegen nicht-weiße Bürger anzuwenden. Ein Fall, wie der Mord an Alexandra Mezher in Schweden durch einen bereits abgewiesenen Asylantragssteller, muß mit der gleichen Härte betrieben werden, wie jeder andere, gleichgelagerte Mordfall unter Menschen mit gleicher Nationalität. Hier gibt es überhaupt kein Vertun. Und es soll auch nicht auf derlei kapitale Verbrechen beschränkt bleiben, sondern auch Vorfälle, wie die Sexualstraftaten in Köln zu Silvester 2015 müssen aufgeklärt und bestraft werden. Und ein inhaftierter Sträfling sollte auch in seine Heimat transferiert werden. Wenn hierzu die legislativen Voraussetzungen fehlen sollten, sind sie zu schaffen. Doch wenn die Realität das Wort kurz erheben darf: Die meisten Straftaten in Europa werden von den jeweiligen Einheimischen begangen, von Mord, über Vergewaltigung zu Steuerhinterziehung und Körperverletzung.

Europäische Leitkultur und Überfremdung:

Ich fasse mich zu Beginn einmal kurz: Die Idee einer europäischen, womöglich christlichen Leitkultur ist einer der größten, zynischsten Scherze, die je von Menschen ersonnen wurden.

Haben sich die Urheber dieser Ideen eigentlich mit der europäischen Geschichte seit Herodot auseinandergesetzt?

Wenn ja: ist ihnen aufgefallen, daß sich keine Konstante ergeben hat, die auch nur die zeitliche Grenze von eintausend Jahren überdauert hat, die als kulturelles Fundament angesehen werden kann? Vielleicht mag jetzt jemand den religiösen Aspekt der Christenheit erwähnen. Hierzu gebe ich folgendes zu bedenken, bevor ich mich der Frage der Religion als solches widme: Wie hoch ist die Zahl der Menschenleben, die von Vertretern dieser verschiedenen, christlich-orientierten Religionsgruppen getötet wurden?

Besonders in Zeiten, in welchen Teilgruppen untereinander verfehdet waren, womit nicht nur die Hochzeit zwischen 1618 und 1648 gemeint ist.

Ein Gottesglaube ist darüberhinaus, in meinen Augen, kaum für einen menschlichen Geist wahrhaft zu erfassen. Der Gottesbeweis des Thomas von Aquin wird von mir zwar befürwortet, doch, wo jener einen Gott als causa prima, als Erstursache, erkannt haben mochte, sehe ich ein physikalisches Phänomen. Wobei nicht gesagt sei, daß die Basis einer christlichen Morallehre, wie sie in den Evangelien zu beobachten ist, kein wunderbares Fundament für das Miteinanderleben von Menschen auf diesem Planeten sei, doch ist die Lehre jenes Jesus für uns einfache Leute grundsätzlich zu revolutionär und – um nur auf dieses eine Beispiel zu verweisen, daß jedoch auch auf andere große Religionen der Welt zutrifft – wurde nur kurz nach dem Tod des Religionsgründers die Rolle der Frauen neu definiert und diese in die zweite Reihe verbannt. Da liest sich das neue Testament durchaus anders. Und somit direkt an die Leitkultur gefragt: Aus der Historie ergibt sich hier, daß die Frau weiterhin gerade mal sich der 3 großen K’s widmen dürfte, doch das kann heute niemandens Ernst mehr sein. Geschieht hier der erste große Bruch und die Rückbesinnung auf die Machtverteilung in der Jungsteinzeit?

Der massiv größte Teil der letzten zweitausend Jahre in Europa, aus welchen sich vielleicht am Ehesten eine handvoll an regionalen Leitkulturen destillieren liesse, ist von Kriegen, mehr oder weniger freiwilligen Völkerbewegungen und Machtmissbrauch aus Egomanie gekennzeichnet. Die größte, europäische Leistung dieser Zeitspanne ist, ohne jedwede Diskussion, die Gründung der Europäischen Union. Wer hier widerspricht, sollte ein wirklich sehr gutes Argument zur Hand haben, warum die Schaffung eines möglichen, kontinentalen Miteinanders ohne Waffengewalt, nicht die allerhöchste, die mächtigste Leistung war und auch noch ist. Keine technische Revolution kommt dieser Errungenschaft gleich.

Die Erhaltung dieser Union ist noch wichtiger, als die Bekämpfung von terroristischen Umtrieben. Die Erhaltung der Freiheit in dieser Union ist ebenso von größter Bedeutung. Und dies gilt umso mehr, als der bereits erwähnte paneuropäische Nationalismus um sich greift, der auf die Wiedererrichtung von Grenzen setzt, sowie auf die Wiederbelebung von nationalen Gefühlen und das Fehlen dieser unter Strafe stellen möchte.

Hier frage ich: Welches Land – nicht nur im Bereich der Europäischen Union – ist ein reines Land? Es gibt sie nicht mehr, heißt die einzig korrekte Antwort. Spätestens mit Beginn des demokratisierten Individualverkehrs hat die Durchmischung der Völker und Ethnien einen höchst erfreulichen Grad an süßer Unreinheit erreicht. Jedes Individuum an jedwedem Ort dieses Planeten hat einen individuellen Hintergrund. Durch die Möglichkeiten der Vernetzung werden auch die inneren Erlebniswelten weiter von regionalen Leitkultürchen entfernt. Und in diesem Sinne ist eine Einnordung auf diese Leitbilder höchstens unter Ergreifung von Zwangsmaßnahmen möglich, sollte sie auch für die Eingeborenen gelten und nicht nur für die einreisenden Fremden. Letztlich werden im Bezug auf die Errichtung einer Leitkultur auch Erinnerungen an die Gleichschaltungen im dritten Reich wach.

Eine Leitkultur ist nicht mehr, als eine Normierung. Und diese ist das Ende der Individualität. Das diese Ideen derzeit auch in Ländern um sich greifen, die doch gerade unter den Deutschen des dritten Reichs gelitten haben, kann als sehr merkwürdig empfunden werden. Gibt es keine anderen Wege, um die innere Verbundenheit zu einer Region aufleben zu lassen? Und weshalb bezieht sich ein Stolz immer auf eine ganze Nation? Was hindert Menschen daran, stolze Menschen aus Cornwall, Lothringen, den Podlachien, Umbrien zu sein? Sind die regionalen Wurzeln nicht stark genug, um den faden Glanz des Nationalismus zu überstrahlen? Sind Nationen überhaupt noch zeitgemäß? Diese Frage ist nicht nur rhetorisch gesetzt, sondern ernsthaft zur Überlegung gestellt.

Diese Frage wird von der Welt verworfen und nie beantwortet. Dieser Text wird nie eine Anregung sein. Der Ansatz ist noch nicht zeitgemäß. In keiner Weise. Und Utopien braucht wohl niemand. Es ist der letzte Text, den ich geschrieben habe.

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01. August 2015

Guten Tag, liebe Leserin. Es ist einige Zeit vergangen, seit ich zuletzt an dieser Stelle ausholte, um meine Gefühle zu äußern oder einfache abstruse Geschichten in die Welt hinauszulassen. Warum schwieg ich seit Wochen? Gab es keine neuen Gedanken? Nein, ganz im Gegenteil. Es war mir einfach unmöglich soweit zu fokussieren, daß ich an dieser Stelle auch nur ein fast vernünftiges Wort hätte äußern können.

Das sei heute möglich. Ich möchte daher beginnen, Sie mit dem rätselhaften Wesen von Äußerungen zu belästigen. Die folgenden zwei Sätzen sind dabei die Konfrontation:

„Der Neoliberalismus ist der neue Faschismus“ lautet der Erste.

„Neoliberalisten sind die neuen Faschisten“ ist darauf die Nummer Zwei.

Sie spüren vermutlich schon, worauf ich hinaus will. Im ersten Fall wird eine wirtschaftspolitische Strömung unserer Tage beschrieben und in eine negative Ecke gestellt. Im zweiten Fall wird das ganze auf eine persönliche Ebene geholt. Die Menschen, welche in Fall #1 noch als Teil eines Ganzen beschrieben werden, sind nun demaskiert. Doch was möchte ich Ihnen genau damit sagen? Zum einen ist dies meine Meinung. Vor allem die Aussage #2. Der erste Satz kommt verängstigten Menschen über die Lippen, wobei ich damit keinen Vorwurf gegen diese verknüpfen möchte. Doch ist mir wirklich daran gelegen, jene Zeitgenossen, welche neoliberalen Wirtschaftsströmungen etwas Positives abgewinnen können, meinen ganze Hass entgegensetzen. Warum? Weil sie die neuen Faschisten des 21. Jahrhundert sind. Die Feinde jedweden humanen Umgangs in dieser Welt sind nicht ein paar verirrte NPD’ler oder Pegidisten, sondern jene, welche das Unbehagen, welches auch jene fehlgeleiteten Teilzeitrassisten befällt und in ihren Visionen bestätigen mag, erst entfachen und schüren. Und so kommen wir auf die Neuauflage von „Mein Kampf“: Es heißt heute TTIP, als Beispiel. Wie schon in der blutigen Erstauflage im 20. Jahrhundert ist es für die Großwirtschaft wichtig, den Faschismus an die Macht zu hieven. Denn, meine lieben NPD’ler und Pegidisten und andere mittelständische Ausländer- und Asylfeinde: Möchtet Ihr wissen, wie es Euren sogenannt arischen Vorvätern in jenen als glorreich aufgebauschten – je nach Geisteshaltung sind es zwölf oder auch tausend – Jahren ergangen ist? Jenen aufrechten Deutschen, die auch mit ihrem Schweiß und Blut jenen Unterdrückungsstaat mit konsequenter Ausbeuterhaltung stützten, ohne zu wissen, wie sehr sie von ihren Führerwesen betrogen und – je nach sexueller Ausrichtung – in ihren blanken Arsch gefickt wurden? Ist der Arier Max Mustermann aus Mainz in jenen Jahren vom einfachen Bürger zum Wohlstandswesen geworden? Kennt Ihr einen Menschen, der in jenen Tagen einfach aufgrund der politischen Situation aufgestiegen sei? Vermutlich nicht. Alles, was in jenen Tagen vielen deutschen Bürgern unrechtmäßig geraubt wurde, ist in den von vornherein üppig gefüllten Taschen jener gelandet, die entweder schon vor 1933 begütert waren oder zur politischen Elite gehörten. Falls Sie Fakten brauchen, forschen Sie bitte nach, wie Josef Neckermann zu seinem blühenden Versandhandel gekommen ist, der ihm auch nach 1945 nicht mehr abhanden kam. Soviel zu nicht gesühntem Unrecht.

Und so wird es wiederkommen. Mit einer Hand voller gekonnt platzierten Unterschieden. Da der neoliberale Faschismus der Gegenwart weiß, daß die Politik selbst nicht mehr so blauäugig ist, daß sie sich wie in jenen wilden 1920’er Jahren aushebeln ließe – wobei in jenen Tagen auch die Macht der alten, kaisertreuen Eliten noch ihren erheblichen Teil beisteuerte – so nutzen die neuen, global auftretenden und vernetzten Extremisten des Kapitalismus neue mitgestalteten Hohlräume, um mit deren Hilfe entscheidende, zukunftsträchtige Nervenzentren zu besetzen. Ein Mittel hierzu ist jener TTIP genannte Hammer, welcher sich 1933 als der Reichstagsbrand zeigte. Mit Hilfe dieses Werkzeuges ließen sich damals schon die Ermächtigungsgesetze gegen jeden noch übrig gebliebenen Glauben an solch Utopisches, wie die Demokratie durchprügeln und auch heute werden wir noch erfahren, welche neuen Einsatzmöglichkeiten sich bieten werden. Was schon klar angezeigt ist: Politik in ihrer zur Zeit noch durchgeführten Erscheinungsform wird beendet. Ein Bundestag, ein House of Commons, ein amerikanischer Senat, eine Duma werden noch tagen, doch wird ihr Wirkungsfeld unbedeutend sein. Nationalstaaten werden noch existieren, Grenzen werden noch bewacht werden, es wird mit höchster Sicherheit noch bewaffnete Konflikte geben, doch ist dies nur noch Spektakel im Sinne der neuen Herren. Wer werden diese sein?

Namen werden dabei keine Rolle spielen, denn wo einst führende Spinner jener untergegangenen DDR noch meinten, daß „die Partei immer Recht hat“, so wird in Zukunft mehr als bereits heute „Der Markt alles regeln“. Dies ist die neue Maxime des kommenden Totalitarismus.

Ich werde nun einige Fragen stellen:

Aus welchem Grund sind Wirtschaftsjournalisten schon seit etlichen Jahren immer wieder mit Äußerungen aufgetreten, daß diese oder jene Fusion/Übernahme wichtig sei, sie gar nicht zu vermeiden sei? Anders formuliert ließe sich fragen, warum eigentlich zur Objektivität verflichtete Journalisten dem Größenwahn der Wirtschaft das Wort reden?

Aus welchem Grund lassen sich die sogenannten Volksvertreter – vor allem der aktuell noch existierenden europäischen Demokratien – von jenem hemdsärmeligen, neuen Faschismus zur Bedeutungslosigkeit degradieren? Wenn diese Menschen noch einen letzten Funken an Anstand und Ehre besäßen, würden sie endlich aufstehen und dem syndikalistischen Moloch, der vor ihren Augen entsteht, Einhalt gebieten. Doch nein! Die Angst geht auch in Berlin, Paris, London, Rom, wo auch immer um, daß man persönlich nach der Zeitenwende, die uns allen droht, von der neuen Herrschaftsebene heruntergefegt wird. Wir wissen noch nicht, wo und wie das neue Auschwitz entstehen wird, doch das es kommt, daß wird selbst der wetterwendisch verängigstigte, europäische Mittelstand zu spüren bekommen, der sich zur Zeit noch vor ärmlichen, verängstigteren Flüchtlingen aus den schon entstandenen Krisengebieten fürchtet.

Die nächste Frage schließt hier nahtlos an: Wann wird die versagende Politik vielleicht noch eine letzte Kehrwende schaffen und den Märkten einen Riegel vorschieben und Spekulation um Währungen und Grundnahrungsmittel verbieten? Wann wird eine auch über Europa hinausgehende, globale Regelung getroffen, daß Wasser ein Gemeingut ist und niemals in ein Unternehmensportfolio integriert werden darf? Und Wasser ist dabei wirklich der Name des kleinsten, gemeinsamen Nenners.

Warum sind Banken systemrelevant? Diese Frage ist in insofern wichtig, da wir in den letzten sieben Jahren leider Zeugen werden mußten, welche Mengen an Volksvermögen dazu mißbraucht wurden, um der Bejahung dieser Frage zu dienen. Insofern möchte ich die Frage auch umstellen: In welchem System sind Banken relevant? Im ersten Moment möchte man dabei daran denken, daß Guthaben von Bürgern und Unternehmen im Falle eines Bankentodes bedroht sind und der Zerstörung anheim fallen. Doch genau dies ist es, was in Krisenfällen, wie dem drohenden Staatsbankrott in Griechenland passiert. Und das schon bevor der Worst Case Scenario eintritt. Wen schützt dieses System, in welchem Banken relevant sind?

Wir, die Bürger der sogenannten Ersten Welt, haben diese Situation heraufbeschworen und gefördert. Wir handeln seit etlichen Jahren mit Aktien. Wir wollen den tosenden Fortschritt. Wir lieben unseren Wohlstand und unsere Informationsflut. Wir sind abhängig vom Thrill der Gegenwart. Und wenn ich diese Worte hier auf einem Portal, wie Facebook, veröffentliche, mag dies als Paradox erscheinen, doch liegt mir daran, die Möglichkeiten, die hier geboten werden, für diese Revolte zu nutzen.

Es ist an der Zeit den global agierenden, sich selbst für mehr als systemrelevant ansehenden Konzernen und Lobbygruppierungen zu zeigen, daß der moderne Mensch fähig dazu ist, den wahren Feind der eigenen Freiheit zu erkennen und sich ihm entgegenzustellen. Ich verbiete keinem jener Konzerne, sei es Nestle als Beispiel, nicht, ihr Kerngeschäft zu betreiben und Produkte herzustellen und sie, wo es gesetzlich möglich ist, zu vertreiben, doch ihrem Machtstreben sind Grenzen zu ziehen. Es muß verboten sein, daß jene TTIP vorantreibenden Konzerne sich jenseits der Politik, und damit sind die Interessen von Völkern, Bürgern, Menschen gemeint, ein eigenes, wucherndes Herrschaftswesen zu installieren. Es ist eine klare Grenze zu definieren, wo die Interessen von Bürgern bedroht werden, und wenn sich dabei einer jener Konzerne zu erkennen gibt, ist er zu zerschlagen. Die Politik, die Staaten müssen wieder eine erkennbare Handlungsfähigkeit zurückerlangen. Dazu muß eine striktere Trennung der Arbeit eines Politikers von wirtschaftlicher Tätigkeit vollzogen werden. Es kann nicht sein, daß gewählte Volksvertreter gleichzeitig in Aufsichtsräten von Unternehmen sitzen. Dies mag Usus sein, doch letztlich ist es ein Verrat an jenen, die von diesen Menschen vertreten sein wollen. Genauso muß das Unwesen an Parteispenden vollständig ausgeschaltet werden. Ein Blick in die Vereinigten Staaten von Amerika mag genügen, um zu erkennen, welches Höchstmaß an Terrorismus hieraus entsteht, wenn Frauen, wie Männer, die sich um politische Ämter bewerben, ihren sogenannten Wahlkampf nicht mehr durchführen können, wenn sie nicht mehrere Millionen an Dollar Spenden erhalten? Liebe Leserin, Sie mögen sich vermutlich daran stören, daß ich diese Form von Finanzierung Terrorismus nenne, doch frage ich Sie, wieviel infrastrukturielle Hilfe möglich wäre, wenn diese gesamten Ausgaben dazu genutzt würden, um in überbevölkerten Teilen dieses Planeten nur einmal Grundsätzliches, wie die Wasser- und Hygieneversorgung verbessert würde? Ich bleibe dabei, Wahlkampfspenden als multinationalen Terrorismus zu brandmarken, der die IS als kleine Pfadfindergruppe aussehen läßt. Und vergessen Sie bitte nicht, daß dieser Akt des Terrors eine bakterielle Infektion hinterläßt, die später erst zu wahrer Pracht ausbrechen wird. Oder halten Sie George W. Bush wirklich für den verantwortungslosen Volltrottel, den er über Jahre spielen mußte? Der Mann wußte, das er früher oder später enttarnt würde. Und hier geht es nicht um Verschwörungen, sondern darum, zu erkennen, daß eine Menge Geld an der falschen Stelle Leichenberge produziert. Es ist dabei egal, wie. Es wird passieren. Mit Gott, oder ohne Gott. Religion ist kein Teil jenes Spektakels, das im Laufe der technischen Revolution des 20. Jahrhunderts aufgezogen und bis heute verfeinert wird.

Lesen Sie ruhig George Orwells 1984. Sie können die dort genannten Namen gerne durch jene ersetzen, die Ihnen dabei durch den Kopf gehen mögen. Und danach ziehen Sie ihre Schlüsse und handeln.